Moderne Bürofassade in Hannover — Versicherungsmakler Kenneth Busche
07. September 2026

Altersvorsorge in Hannover: wie viel brauchst du wirklich?

Keine Faustregeln, sondern eine Rechnung, die du nachvollziehen kannst — in fünf Schritten von deinem Netto heute bis zur monatlichen Sparrate.

Fast jedes Beratungsgespräch startet mit derselben Frage: „Wie viel muss ich eigentlich zurücklegen?" Die ehrliche Antwort ist eine Rechnung, keine Prozentzahl. Hier ist der Weg, den ich mit jedem in Hannover durchgehe — du kannst ihn mit deinen eigenen Zahlen nachvollziehen.

Schritt 1: Deinen Bedarf im Ruhestand bestimmen

Nimm dein heutiges Nettoeinkommen und rechne mit 80 Prozent. Was wegfällt: Sparraten, Fahrtkosten, oft die Kinder. Was bleibt oder steigt: Wohnen, Gesundheit, Freizeit.

Beispiel: 3.200 Euro netto heute × 0,8 = 2.560 Euro Bedarf im Monat. Wer in Hannover bis zur Rente die eigene Wohnung abbezahlt hat, darf mit rund 700 Euro weniger rechnen — deshalb gehört die Immobilie in jede Vorsorgerechnung.

Schritt 2: Die gesetzliche Rente realistisch ansetzen

Deine Rentenauskunft nennt einen Bruttowert. Davon gehen Kranken- und Pflegeversicherung (rund 11 Prozent) sowie Steuern ab. Aus 1.750 Euro brutto werden so etwa 1.400 Euro netto. Rechne außerdem nicht mit den hochgerechneten Zukunftswerten aus der Auskunft — die unterstellen eine Lohnentwicklung, die deine Kaufkraft nicht sicher abbildet.

Schritt 3: Lücke und Kapitalbedarf

Netto heuteBedarf (80 %)Rente nettoLücke / MonatKapital für 22 Jahre
2.400 €1.920 €1.150 €770 €≈ 203.000 €
3.200 €2.560 €1.400 €1.160 €≈ 306.000 €
4.500 €3.600 €1.750 €1.850 €≈ 488.000 €

Kapitalbedarf ohne Verzinsung in der Rentenphase gerechnet, damit die Zahl auf der sicheren Seite liegt. Wird das Kapital im Ruhestand weiter angelegt, sinkt der Bedarf spürbar.

Schritt 4: Die monatliche Sparrate

Jetzt wird es konkret. Für einen Kapitalbedarf von rund 306.000 Euro bei 6 Prozent durchschnittlicher Rendite brauchst du:

  • 35 Jahre Ansparzeit (Start mit 32): rund 215 € im Monat
  • 25 Jahre Ansparzeit (Start mit 42): rund 440 € im Monat
  • 15 Jahre Ansparzeit (Start mit 52): rund 1.050 € im Monat

Zehn Jahre früher anfangen halbiert die Rate. Das ist der eigentliche Grund, warum ich auf einen frühen Start dränge — nicht ein bestimmtes Produkt.

Schritt 5: Steuern und Zuschüsse mitnehmen

Bevor du die volle Rate aus dem Netto stemmst, prüfe die Hebel: Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge, Basisrente für Selbstständige mit hoher Steuerlast, vermögenswirksame Leistungen, Riester bei Familien mit Kindern. Häufig kommen so 20 bis 40 Prozent der Sparleistung von Arbeitgeber oder Finanzamt.

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35 Jahre
3.500 €
1.400 €
200 €
Dein Ergebnis
Bedarf im Ruhestand (heutige Kaufkraft)
2.100 €
Monatliche Rentenlücke
700 €
Lücke in 32 Jahren (2 % Inflation)
1.319 €
Nötiges Kapital (ca. 20 Jahre Bezug)
168.000 €
Dein Sparplan bis 67 (5 % p. a.)
188.957 €

Damit deckst du rund 112 % deines Kapitalbedarfs.

Vereinfachte Modellrechnung ohne Steuern, Kosten und Garantien — keine Anlageberatung.

Die drei Fehler, die ich in Hannover am häufigsten sehe

  1. Zu kleine Rate, zu viele Verträge. Drei Altverträge mit je 50 Euro kosten dreimal Abschlusskosten und bringen weniger als ein sauber gerechneter Vertrag.
  2. Rendite ohne Steuerbetrachtung. Die Bruttorendite entscheidet nicht, sondern was nach Kosten und Steuern im Ruhestand ankommt.
  3. Vorsorge ohne Absicherung. Wer berufsunfähig wird, kann nicht mehr sparen. Deshalb gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung vor die Rendite-Frage.

Mehr Tiefe zu den Produktwelten findest du im Vergleich von ETF-Depot und Versicherungsmantel und auf meiner Seite zur Altersvorsorge-Beratung in Hannover.

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